Die Entstehungsgeschichte des Tong-Il Moo-Do

Das Tong-Il Moo-Do ist eine asiatische Kampfkunst und bedeutet ins Deutsche übersetzt soviel wie "vereinigte Kampfkunst", denn es vereint hauptsächlich drei Kampfkünste: das japanische Karate, das japanische Judo sowie das koreanische Taekwondo. Es wurde im Jahr 1979 vom Großmeister Dr. Joon Ho Seuk begründet, entwickelte sich aber wie alle Kampfkünste über die Jahre kontinuierlich weiter.

Dr. Seuk wurde in Korea geboren und war schon früh mit den Kampfkünsten verbunden. Sein Großvater, ein Mitbegründer des Taekwondo, lehrte ihn diese Kampfkunst, welche bis heute die Nationalsportart Koreas ist. Gleichzeitig begann er in seiner Jugend Judo zu erlernen und war Mitglied der koreanischen Nationalmannschaft. Nach seiner Ausbildung ging Dr. Seuk nach Amerika und arbeitete dort als Lehrer an einer theologischen Universität. Da die Studenten hier körperlich eher in schlechter Verfassung waren und sich nur auf ihre geistige Ausbildung konzentrierten, versuchte Dr. Seuk durch Kampfkunsttraining die Studenten körperlich fit zu halten.

Dieser Entschluss hat eine große Ähnlichkeit mit der Geschichte der Entstehung der Kampfkünste: um 500 n. Chr. integrierte der Mönch Bodhidarma, ein Nachfolger Buddhas, Übungen in den Tagesablauf der Mönche des Shaolinklosters, die der Gesundheit der stark geistig arbeitenden Mönche dienen sollte. Noch heute gelten diese Übungen als der Ursprungspunkt der Entstehung der Kampfkünste.

Somit war die Grundlage für das spätere Tong-Il Moo-Do gelegt. Dr. Seuk hatte nie aufgehört, sich für die Entwicklung der asiatischen Kampfkünste in Amerika zu interessieren. Bei einer Vorführung des japanischen Kyokushinkai-Karates war er von einem der japanischen Meister so begeistert, dass er ihn bat, ihm bei der Weiterentwicklung seiner Kampfkunst zu helfen. Auf diese Weise entwickelten sie über Jahre hinweg ein methodisch aufgebautes System. Schwerpunkte im Training sind: Grundtechniken, Katas (Formen), Kumite (Freikampf), Iponkomite (Partnerübungen) und auch Selbstverteidigung. Aufgrund der Vereinigung verschiedener Kampfkünste ist das technische Angebot sehr groß: Aus dem Karate stammen die stabilen Stellungen und die starken Handtechniken, aus dem Taekwondo kommen die dynamischen Beintechniken und die Sprungtechniken, das Judo hat das Tong-Il Moo-Do um die Vielzahl von Wurf-, Hebel- und Festhaltetechniken bereichert.

Das Tong-Il Moo-Do ist ein offenes System, dass seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen hat, es wird auch von anderen Kampfkünsten beeinflusst. Es befindet sich sozusagen auf seinem eigenen "Do" (Weg) und ist dadurch einer ständig qualitativ positiven Weiterentwicklung unterworfen.

Doch viel wichtiger als die Vereinigung von Techniken ist ein anderer Aspekt: Das Tong-Il Moo-Do wurde vor allem geschaffen, um die traditionellen Werte der Kampfkunst wiederzubeleben und am Leben zu erhalten. Kampfkünste sind in erster Linie ein Weg, körperliche und geistige Vollkommenheit zu erlangen. Der Schwerpunkt liegt in der Ausprägung einer vielseitigen Persönlichkeit.

Besonders in den letzten Jahren hat sich das Tong-Il Moo-Do weltweit stark verbreitet und entwickelt. Dem japanischen Tong-Il Moo-Do-und Kendomeister Sensei Hiroshi Karita ist es zu verdanken, dass es sich auch in Deutschland und vor allem in Leipzig etabliert hat. Kurz nach der Wiedervereinigung kam er nach Deutschland, mit dem Wunsch, die asiatischen Kampfkünste und vor allem das Tong-Il Moo-Do bekannt zu machen. Hier blieb er bis 1998 und ging dann zurück nach Japan, nachdem er sich sicher war, dass seine Schüler in der Lage seien, die neu gegründete Kampfkunstschule Yushinkan selbstständig zu leiten.